Lebenslauf mit Schwerpunkt
Nach vielen Berufsjahren wird der Lebenslauf schnell mehrere Seiten lang. Lege den Schwerpunkt auf die Stationen, die für die ausgeschriebene Stelle zählen, und beschreibe dort Verantwortung und Ergebnisse. Frühe Stationen kannst du knapp zusammenfassen. Geburtsdatum und Foto sind keine Pflichtangaben, und ein Arbeitgeber darf dich nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nicht wegen deines Alters benachteiligen.
Aktuelles Wissen zeigen
Arbeitgeber fragen bei Erfahrenen oft, wie aktuell das Fachwissen ist. Nenne Weiterbildungen der letzten Jahre, Software, mit der du täglich arbeitest, und Veränderungsprojekte, an denen du beteiligt warst. Bist du noch beschäftigt, kann die Agentur für Arbeit eine längere Weiterbildung nach § 82 SGB III fördern. Die Zuschüsse hängen von der Betriebsgröße ab, und für Beschäftigte, die bei Beginn der Weiterbildung das 45. Lebensjahr vollendet haben, enthält das Gesetz Sonderregeln zum Arbeitgeberanteil.
Förderung für den Arbeitgeber
Ist deine Vermittlung aus Gründen erschwert, die in deiner Person liegen, kann ein Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit einen Eingliederungszuschuss zum Arbeitsentgelt erhalten. Ob und in welcher Höhe er gezahlt wird, entscheidet die Agentur im Einzelfall. Sprich deine Vermittlerin oder deinen Vermittler vor der Vertragsunterschrift an, denn Leistungen der Arbeitsförderung müssen vor dem leistungsbegründenden Ereignis beantragt werden.
Quereinstieg mit übertragbaren Aufgaben
Ein Branchenwechsel nach 50 gelingt am ehesten dort, wo deine bisherigen Aufgaben übertragbar sind, zum Beispiel vom Vertrieb in die Beratung oder aus der Fachabteilung in die Softwareeinführung. Formuliere im Anschreiben ausdrücklich, welche Aufgaben du aus der alten Rolle mitnimmst und was du neu lernen willst.
Im Gespräch hilft es, Fragen nach Belastbarkeit oder Lernbereitschaft mit Beispielen aus den letzten Jahren zu beantworten, statt sie abzuwehren. Frag deinerseits nach Einarbeitung, Teamzusammensetzung und den Erwartungen an die ersten Monate.
Das Vorstellungsgespräch
Manche Arbeitgeber fürchten bei Erfahrenen, sie seien für die Stelle überqualifiziert oder würden bald wieder gehen. Sprich das selbst an, wenn du es spürst: Erkläre, warum dich genau diese Aufgabe reizt und wie lange du dich im Unternehmen siehst. Bei der Gehaltsfrage hilft eine begründete Spanne statt einer festen Zahl. Frag, wie das Team aufgebaut ist und mit wem du am meisten zusammenarbeiten wirst.
Kontakte nutzen
Mit vielen Berufsjahren hast du ein Netzwerk aus früheren Kolleginnen, Kunden und Dienstleistern. Sag diesen Menschen, wonach du suchst. Viele Stellen für Erfahrene werden über Empfehlungen besetzt, bevor sie ausgeschrieben sind, und ein Hinweis aus dem Netzwerk verschafft dir oft ein erstes Gespräch.